Golfplätze wichtig für den Umweltschutz

– Von Ralf Exel –

„Golfplätze verschandeln die Natur“, „Golfclubs hauen doch nur 18 Fairways irgendwo rein, und machen alles kaputt!“ oder auch gern genommen „Golfer denken nur an ihren Schnöselsport – aber nicht an die Umwelt!“. Diese und ähnliche Sätze musste sich jeder Golfer schon mal anhören. In den 80ger und 90ger Jahren hier und dort vielleicht sogar berechtigt. Allerdings: die Zeiten haben sich geändert. Und zwar deutlich. Wie deutlich hat sich jetzt beim BGV-Fachkongress Golf im GC Valley unter dem Themenschwerpunkt Natur und Umwelt gezeigt.

Unter den rund 70 Teilnehmern waren Präsidenten, Manager und Greenkeeper aus ganz Bayern, Vertreter aus Politik und Gäste der BGV-Partner. Im Mittelpunkt des 1. BGV-Umweltsymposiums stand nicht nur die Verleihung des BGV-Umweltpreises an drei in diesem Punkt besonders aktive Clubs, sondern auch der Austausch von Ideen, wie Golfanlagen mehr für die Umwelt tun können. Lobende Worte gab es gleich zu Beginn von Seiten der Politik: Ministerialdirigent Dr. Alois Bogenrieder hatte in Vertretung von Umwelt- und Verbraucherschutzminister Marcel Huber nicht nur ein Grußwort dabei, sondern darin auch äußerst positive Worte für die Aktivitäten vieler Golfclubs in punkto Umweltschutz. Golf sei die „optimale Verbindung zwischen Naturschutz und Sport“ – so Dr. Bogenrieder. Und weiter: das Programm „Golf & Natur“ mitsamt der dazugehörigen Zertifizierungsschritte sei – im übertragenen Sinn – „erfolgreich wie ein Loch unter Par“. Früher oft gescholten, bestenfalls nicht beachtet – und heute ein wichtiger Partner bei Pflege und Erhalt seltener und vom Aussterben bedrohter Tiere und Pflanzen. Die Politik hat Golf entdeckt!Und wie sich im Lauf der Veranstaltung zeigt, mit Recht: Immer mehr Golfclubs engagieren sich aktiv beim Thema Umweltschutz – und nehmen am Qualitätsmanagementprogramm „Golf & Natur“ teil. Was zunächst nach einem bürokratischen Ungetüm klingt, ist in Wahrheit ein Siegel, das zeigt: wir tun was! Clubs, die die Anforderungen von „Golf & Natur“ erfüllen, werden vom DGV zertifiziert. Neuestes Mitglied im Gold-Club von „Golf & Natur“: der GC Valley. Familie Weichselgartner, allen voran Vater Michael und Tochter Evelyn, haben in wenigen Monaten alle strengen Vorgaben erfüllt. Kein Golfclub war bisher schneller. Hausherr Michael Weichselgartner durfte aber gleich noch eine weitere Auszeichnung annehmen: Aus den Händen von BGV-Präsident Arno Malte Uhlig und Allianz-Vertreterin Ilka Stepan gab es den 2. Platz des BGV-Allianz-Umweltpreis 2018. Über den sich ebenfalls der GC Feldafing freuen durfte. Den 1. Platz bekam der G&LC Oberpfälzer Wald. Die Projekte reichen dabei von Aktionen für Wildbienen, den Anbau seltener bis ausgestorbener Obstsorten bis hin zu speziellen Wanderungen über den Golfplatz, bei dem Mitglieder – und auch immer mehr Nichtgolfer – die Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt zwischen Rough, Bunker und Wasserhindernis erleben können.

Wie wichtig Umweltschutz generell geworden ist, zeigt auch der für Golfer eigentlich tolle Supersommer 2018. Viele Anlagen litten extrem unter Wassermangel. „Wir stehen vor extremen Herausforderungen.“ – so begann Marc Biber, Leiter des Ressorts Umwelt & Platzpflege im Deutschen Golf-Verband, seinen Vortrag. Bilder von braunen Fairways könnten künftig öfter als gewünscht zum Anblick eines heimischen Golfplatzes gehören. Dabei sind inzwischen oft die eigenen Mitglieder die größten Kritiker umweltbewusster Golfanlagen: manche zunächst unpopulären Maßnahmen, die nicht unbedingt dem Bilderbuch-Image eines Golfplatzes entsprechen, werden gelegentlich heftig kritisiert.  Wie wichtig die Golfclubs inzwischen generell für den Umweltschutz geworden sind, zeigte Prof. Dr. Hans-Joachim Leppelsack von der Landesbank für Vogelschutz. Zahlreiche Tierarten kann man inzwischen nur noch in den Biotopen oder Magerwiesen der Golfanlagen erleben. Zum Beispiel in Valley – wie Valley-Macher Michael Weichselgartner am Rande seiner 27-Loch bei einer Platzbesichtigung am Ende eines informativen Tages zeigen konnte.