Ein heißes Finale … und die Leber von Vincenco

- Von Ralf Exel -

Es war mal wieder wie so oft: die Wetterfrösche sagten syltisches Surf-, aber keinesfalls oberbayrisches Golfwetter voraus zum BayMeGo-Matchplay-Finale nebst Abgolfen – und es kam ganz anders: als die beiden Finalisten im Golf Club Pfaffing (der uns im Übrigen zu dieser Finalrunde eingeladen hat – dafür ein herzliches „Dankeschön!“) ans erste Tee traten, war es zwar noch bewölkt, temperaturmässig aber durchaus in Ordnung. Und nur drei Loch weiter bahnte sich die Sonne ihren Weg durch die Wolkendecke und brachte nebst weiß-blauem Himmel auch immer wieder diese wunderschönen Pfaffinger Blicke auf die bayrischen Alpen.

Aber der Reihe nach: Klaus Westermeier, der BayMeGo-Matchplay-Champion 2015, ganz dunkel gekleidet und mit jeweils einem Schlag vor auf den schwersten vier Loch, trat als erster an den Ball. Seinem wunderbaren Abschlag folgte Uwe Semrau, der sich erst Tags zuvor gegen Golf- und Tennislegende Conny Konzack ins Finale gespielt hatte. Auch Uwe, mit hellgrüner Hose in Signalfarben im Endspiel, spielte einen exzellenten Drive. Auf diesem Niveau ging es weiter. Zunächst wurde nur geteilt – meist in Par. An der 5 dann der erste Lochgewinn für Uwe, den Klaus aber sofort wieder egalisierte. Die nächsten Löcher dann wieder „all square“, bis sich das Finale zugunsten von Uwe zu wenden schien: er holte sich die 12 und die 13 – und hatte an der 14 den Putt zum „drei auf“, nutzte diesen aber nicht. Und wie es so ist – drehte sich plötzlich das Spiel. Klaus gewann die 15 und die 16. Es ging wieder „all square“ auf die 17, ein 159 Meter Par 3 mit schottischem Grünbunker links.

Klaus Westermeier (links) und der Sieger, Uwe Semrau. Foto: Horst Huber

Klaus Westermeier (links) und der Sieger, Uwe Semrau. Foto: Horst Huber

Warum schreibe ich dies so genau? Weil es jetzt spannend wurde – und zwar richtig spannend: Klaus misst, greift zum Holz – und hämmert den Ball gut 30 Meter über`s Grün in ein Wirrwarr aus Büschen und hohem Gras. Die leicht verduzte Frage, wieso er da launig zum Hölzchen gegriffen habe, beantwortete Klaus mit: „Na das sind doch 185 Meter!“ Nach kurzer Diskussion sah er aber ein, dass er sich offenkundig massiv vermessen hatte. Damit war die Tür zum Sieg für Uwe ein gutes Stück offen. Uwe greift zum kleinen Holz – zimmert den Ball aufs Grün. Grosser Vorteil Uwe – dachten alle. Bis wir 159 Meter weiter vorne ankamen – und sahen, dass der Ball noch in den unglaublich tiefen Bunker gerollt war. Klaus, inzwischen bei seinem etwas zu weit geratenen Abschlag angekommen, spielt ihn zurück ans Grün. Klarer Vorteil Klaus. Das Finale wendet sich also in wenigen Momenten an der 17.  Dachten wieder alle. Vor allem, weil Uwe nach längerem Überlegen nur der Ball nach hinten aus dem Bunker möglich war. Diesen spielt er auch – und liegt gut zehn Meter weg vom Grün. Und dann der Schlag des Finales: die Annäherung geht ca. 30 Zentimeter an den Stock. Der Putt rein. Bogey. Klaus hat noch die Chance aufs Par – der extrem schwere Putt aus dem Vorgrün aber verpasst das Ziel. Auch Bogey. „All square“ auf dem 18. Abschlag. Und da misslingt Klaus der Drive und segelt ins Aus. Diesen Spalt in der Tür nutzt jetzt wiederum Uwe mit all seiner Routine und gewinnt auf der 18 das „BayMeGo-Matchplay 2017“ schlussendlich mit „eins auf“.

Im warmen Abendlicht trifft sich die Gruppe der Abgolfer dann noch zur Siegerehrung des neuen BayMeGo-Matchplay-Champions – mit italienischen Leckerein wie „Bandnudeln mit Steinpilzen“ oder „Corinna speziale“, eine Gericht von der Clubhausgastonomie benannt nach unserer Corinna Binzer: kleiner Salat mit gebratener Leber – vom Vincenzo. Vincenzo – fantastico ! Ein Hammer !

Ein traumhafter – und leckerer – Golftag zum sportlichen Ende der BayMeGo-Saison 2017. Auf ein Neues in 2018!